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Janusz Korczak – das Tragical

Im Schatten der Mauer

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Das Tragical Im Schatten der Mauer ist als Gemeinschaftsarbeit der Gruppe „fünf brote und zwei fische“ in den Jahren 1995-97 für den Deutschen Evangelischen Kirchentag in Leipzig entstanden.


Die Erzählidee stammt aus dem Roman „Shadow of the wall“ von Christa Laird. Die Geschichte erzählt von den letzten drei Jahren des Janusz Korczak und dem Leben des jüdischen Kinderheimes im Warschauer Ghetto. Von einer Mauer umschlossen und scharf bewacht leben auf Befehl der deutschen Besatzungsmacht auf vier Quadratkilometern 450.000 Juden. Die Lebensmittelration, die den Juden zugewiesen war: pro Woche ein Kilo Brot, monatlich 250 Gramm Zucker und 50 Gramm Fett. Um zu überleben, versuchten die Menschen ihre kleinen Besitztümer gegen Eßbares einzutauschen. Andere, sogenannte Schnapper, klauten auf offener Straße alles, was sie schnappen konnten.

In der Enge des Ghettos herrschten unbeschreibliche hygienische und sanitäre Verhältnisse. Die Wasserversorgung war unzureichend und im Winter fehlte das Heizmaterial fast völlig. Seuchen brachen aus, auf den Straßen starben die Menschen vor Hunger, an Typhus und anderen Krankheiten. Der 13jährige Mischa und seine jüngeren Schwestern Rachel und Elena leben innerhalb des Ghettos im Kinderheim Dom Sierot. Seit dem Tod des Vaters ist es Mischa, der durch Schmuggel für den Lebensunterhalt der Familie sorgt – im Ghetto eine lebensgefährliche Aufgabe. Mischas einzige Stütze ist der Kinderarzt und Pädagoge Janusz Korczak, der im Schatten der Mauer oft Unmögliches möglich macht. Doch auch Korczak kann nicht verhindern, daß das Ghetto eines Tages geräumt wird.

Am 20.1.1942 füllt in Berlin die Entscheidung über die Endlösung der Judenfrage, und die vollständige Liquidierung des Ghettos begann. Unter dem Vorwand der Umsiedlung wurden Tausende von Juden zusammengetrieben und in die Vernichtungslager Treblinka, Auschwitz-Birkenau, Majdanek und andere gebracht. Die tägliche Quote zum Abtransport wird vom Judenrat mit Namen gefüllt. Natürlich ging es nicht friedlich zu. Erschiessungen auf offener Straße waren an der Tagesordnung. Als Geheimwort zur Warnung vor der Gestapo flüsterte man das jüdische Wort „pessach“. Unter der verbliebenen jüdischen Bevölkerung bildeten sich Widerstandsgruppen, die später einen erfolglosen Aufstand wagten.


Das Musical gliedert sich in sieben Bilder:

1. Das Leben im Ghetto,

2. Wie man ums überleben kämpft,

3. Im Kinderheim von Doktor Korczak,

4. Elenas Flucht,

5. Gibt es Hoffnung?,

6. Beten oder arbeiten?,

7. Auf dem Weg nach Treblinka.

Das erste Bild beginnt mit einer Situationsbeschreibung während einer Razzia der Besetzungsmacht im Ghetto, das letzte endet mit dem Abtransport der Kinder in das KZ Treblinka. Der Nebel in der Schlussszene erinnert hautnah an das Vergasen, der Sternenhimmel an das Kinderhaus in der Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem.
Die Hauptperson, Mischa Edelmann, seine Schwester Rachel, die Mutter und der Widerstandskämpfer Leon sind erfundene Personen, die jedoch in der Darstellung durchaus reale Personen und Ereignisse vereinen. Den Doktor und Frau Stefa gab es wirklich.
Wenn diese Geschichten des Grauen und der Liebe für all diejenigen von uns, denen es besser geht, eine Botschaft enthalten, so ist es sicher die, daß wir uns in Demut üben sollten. Denn zu was wir fähig sind, im Guten wie im Bösen, werden wir erst erfahren, wenn man uns auf die Probe stellt.

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